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Der Habicht

Wohl kaum eine Vogelart wurde in unserer Heimat so verfolgt und gehasst wie der Habicht.

Verschlagenheit, Mordlust und Gier - alles allein menschliche Eigenschaften - wurden ihm nachgesagt. Der Name „Hühnerhabicht“ lässt den Grund erahnen: Der Habicht ist Nahrungskonkurrent des Menschen und teilt so mit Arten wie Kormoran, Graureiher oder Wanderfalke dessen Argwohn. Doch der so getrübte Blick einiger Menschen lässt nüchterne Fakten oder Forschungsergebnisse außer Acht.

Denn der Habicht ist weder das eine noch das andere! Er ist vielmehr ein wichtiges Glied im Naturhaushalt und ein faszinierender Greifvogel, der dem Betrachter Respekt und Bewunderung abverlangt. Nur er ist in der Lage, kranke oder geschwächte Tiere aus einem Schwarm heraus zu erkennen und zu erjagen. So trägt er - wie alle Beutegreifer - zur Gesunderhaltung der Beutetierbestände bei.

Nichtsdestotrotz wird der Habicht auch heute noch von einigen Taubenzüchtern, Jägern oder Landwirten gehasst und erbarmungslos verfolgt, erschossen, erschlagen oder gefangen.

Dies stellt einen Straftatbestand dar, der strafrechtlich verfolgt wird!

Der Steckbrief des Habichts

Aussehen
Von der Größe her ist der Habicht leicht mit einem Bussard zu verwechseln, er wirkt aber schlanker, hat kürzere abgerundete Flügel und einen längeren Stoß. Die Oberseite ist bei Altvögeln graubraun oder schiefergrau, wobei der Schwanz vier dunkle breite Bänder aufweist. Die Unterseite beider Geschlechter ist weiß und mit schmalen schwärzlichen engen Querbändern versehen. Jungvögel tragen oberseits ein rotbraunes Gefieder, unterseits ist es rostgelb und weist dunkelbraune Längsflecken auf. Im Gegensatz zum Mäusebussard haben Habichte eine gelbe, im Alter oft gelborange Iris. Mit knapp 700 Gramm erreicht das kleinere Männchen nur etwa zwei Drittel des Körpergewichts vom Weibchen, welches etwas 1100 Gramm wiegt.

Verbreitung und Lebensraum
Der Habicht ist ein weit verbreiteter Brutvogel in Europa, Asien und Nordamerika. In Deutschland fehlt der Habicht als Brutvogel nur an der Nordseeküste bzw. erreicht dort und im Voralpengebiet nur eine geringe Dichte. In Hessen ist er landesweit verbreitet. Habichte brüten vorzugsweise in größeren Wäldern. Er besiedelt aber auch die abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Feldgehölzen, kleinen Wäldern und offenen Grünlandflächen. Auch Stadtwälder und Parks von Großstadtgebieten (z.B. in Berlin, Düsseldorf und Köln) werden besiedelt und erfreuen sich bei Habichten steigender Beliebtheit.

Nahrung
Durch die Körpergröße bedingt, bevorzugt das Männchen kleinere Beutetiere von Amsel- bis Taubengröße, das Weibchen dagegen ist in der Lage, Beutetiere bis zur Hühnergröße zu schlagen. Wegen seiner opportunistischen Jagdweise erbeutet er vor allem Arten, die häufig vorkommen und leicht zu fangen sind. Die Zusammensetzung der Beute richtet sich also nach dem örtlichen Angebot und kann aus einer kleinen Maus oder einem kleinen Vogel bis zum Fasan, Rebhuhn oder Kaninchen bestehen. In Mitteleuropa ist die häufigste Beute die Ringeltaube, es folgen Eichelhäher, verschiedene Drosselarten, Rabenkrähen und Stare. Sofern vorhanden, gehören auch Kaninchen zur Hauptbeute. Gelegentlich versucht das Weibchen, auch einen Hasen oder ein Huhn zu schlagen.

Der Habicht in der Großgemeinde Laubach

Wie überall in Deutschland war der Habicht zu Beginn der 70er Jahre nahezu verschwunden.

In den Gemarkungen Lautenbach und Gier (zwischen Laubach, Ruppertsburg und Gonterskirchen) konnte sich ein Brutpaar halten; das Revier ist auch heute noch besetzt.

Ansonsten sah es schlecht um die Habichtsbestände aus. Seit dem Jagdverbot Ende der 70er Jahre erholten sich die Bestände langsam, so dass der Habicht heute in der Kernstadt und allen Stadtteilen flächendeckend anzutreffen ist. Brutdaten liegen uns für Laubach, Friedrichshütte, Gonterskirchen, Freienseen und Röthges vor. Im Schnitt brüten hier jährlich 3-4 Brutpaare.

Als Beutetiere des Habichts wurden durch Rupfungsfunde und Direktbeobachtungen für die Großgemeinde folgende Arten nachgewiesen:

Rabenkrähe, Elster, Dohle, Eichelhäher, Ringeltaube, Stockente, Amsel, Star, Wacholderdrossel, Haushuhn, Sperber, Großer Abendsegler.

(In zwei Fällen wurde der Habicht selbst Opfer - wahrscheinlich des Uhus)

Angriffe auf Haustauben und Haushühner - häufig Anlass zur Verfolgung - gab und gibt es (mindestens) in Laubach, Gonterskirchen und Freienseen. In den meisten Fällen wird dies von den Besitzern der Tiere toleriert, in zwei Fällen sogar mit Interesse beobachtet. In anderen Fällen konnten durch Sicherungsmaßnahmen die Verluste minimiert werden.

Doch die Dunkelziffer ist groß! Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden auch in Laubach Habichte illegal gefangen und getötet.

Der NABU-Laubach wird im Jahr des Habichts darauf ein besonderes Auge werfen! Meldungen über illegalen Fang (auch anonym) nehmen wir jederzeit entgegen

Außerdem helfen wir gerne beratend bei Problemen mit allen Tierarten - auch mit dem Habicht! Rufen Sie uns an!

Bleibt zu hoffen, dass es uns gelingt, den Habicht als faszinierende Vogelart in ein positiveres Licht zu rücken und für uns zu erhalten Er hat es verdient!

Eric Fischer

 

Weitere Habicht Bilder finden Sie hier: Habicht