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  • 29 Dez 2019
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    HessenbrückerHammer

Der Waldkauz - Vogel des Jahres 2017

Er ist die Eulenart schlechthin. Sein Balzruf gilt als der typischste Eulenruf, den jeder sofort als solchen erkennt. Als Kinder versuchten wir, ihn mit Hilfe unserer zusammengelegten Hände, die einen Hohlraum bildeten, durch Hineinblasen seinen Ruf zu imitieren.

Der Waldkauz als typische Eulenart  großer, naturnaher Wälder ist durchaus auch im Siedlungsbereich anzutreffen- in Parks, großen Gärten oder auf Friedhöfen, vorausgesetzt, es gibt einen alten Baumbestand mit großen Höhlen, die als Brutplatz dienen.

So brütet er seit vielen Jahrzehnten im Schlosspark Laubachs und lässt dort bereits in kalten Februarnächten seinen Balzruf hören. Wird der Waldkauz an seinem Tagesschlafplatz von Singvögeln entdeckt, wird er von diesen laut schimpfend attackiert.

Dabei besteht seine Hauptnahrung aus verschiedenen Kleinsäugern wie Mäusen, Ratten, jungen Wildkaninchen oder Amphibien wie Grasfröschen.

In umliegenden Waldungen wie dem Tiergarten oder dem Gier bei Gonterskirchen ist er ebenfalls zu Hause. Doch auch dort werden – wie überall anders auch – die Brutplätze knapp. Nur noch selten dürfen Bäume wie Buchen und Eichen in Ehren altern und die für den Kauz lebensnotwendigen Höhlen ausbilden. So ist Wohnungsnot bei Strix aluco vorprogrammiert.

Der lateinische Name spricht Bände: „Strix“ bedeutet „Hexe“ und weist darauf hin, dass der Waldkauz in früheren Zeiten, wie fast alle Nachttiere, mit dem Bösen in Verbindung gebracht wurde. Die Furcht des Menschen vor der Dunkelheit, die verborgene Lebensweise und der schaurige Ruf des Waldkauzes  mögen in der Summe zu seinem schlechten Ruf geführt haben. Nüchtern betrachtet ist er ein ausgesprochen hübscher, „knuffiger“ Vogel, der mit seinen großen Augen und seinem „Tarngefieder“ zu den interessantesten Vogelarten unserer Wälder gehört.

Bleibt zu hoffen, dass bei öffentlichen und privaten Waldbesitzern ein ökologisches
Umdenken erfolgt, die lebensnotwendige Qualität der Wälder innerhalb und außerhalb der europäischen Großschutzgebiete – zu denen übrigens auch der Laubacher Wald zählt – wiederhergestellt oder erhalten wird.

Dann wird in Frühlings – und Sommernächten auch weiterhin der geheimnisvolle Ruf dieser Eule die Menschen in ihren Bann ziehen.

 

Eric Fischer